Church Schools and Citizenship", 16th to 20th April, 2013

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Bericht über die Studienreise für Schulleitungspersonen nach England und Wales vom 16. bis 20. April 2013

Die von IV & ICCS organisierte Studienreise für Schulleitungspersonen vom 16.-20.04.2013 nach England und Wales führte eine Gruppe von acht in Schulleitung, Lehrerbildung, Schulverbänden und kirchlicher Bildungsarbeit tätigen Personen aus ganz Europa zusammen mit Experten aus der kirchlichen Bildungsarbeit von England und Wales, darunter Prof. David Lankshear, Glyndwr University, Prof. Leslie J Francis, The University of Warwick und Dr Tanja ap Sion, ICCS, Glyndwr University. Thema waren „Schulen mit einem christlichen religiösen Charakter in ihren Bezügen zum Staat“. Man traf sich in Chester und Wrexham, wo die Teilnehmer von Prof. David Lankshear und Dr. Tanja ap Sion in sehr kompetenter Weise durch das Programm geleitet wurden und schon am ersten Tag ein ganzes Bündel von hochinteressanten Informationen zum Verhältnis von Staat und Kirche an den Schulen in England und Wales erhielten.

Nach einer Einführung in das Bildungssystem in England und Wales am St. Giles’ Centre in Wrexham erläuterte Dr. Tanja ap Sion die Konsequenzen aus dem Education Reform Act von 1988, demzufolge alle Schulen, auch die staatlichen, Religionsunterricht und einen täglichen 'Gottesdienst' (collective worship) anbieten müssen. Ziel ist es, die spirituelle, moralische und kulturelle Entwicklung der Schüler voranzubringen.

Diese Vorschrift macht nicht nur die Vermittlung von Inhalten der christlichen Religion, sondern auch von Inhalten der anderen großen Weltreligionen verbindlich. Innerhalb des Christentums gilt dabei ein Verbot, sich auf die Glaubensdoktrinen eines bestimmten Bekenntnisses festzulegen. Christliche, insbesondere katholische Bekenntnisschulen umgehen dies, indem sie ihre Schulen als „von der entsprechenden Kirche finanziert“ definieren, was ihnen einen größtmöglichen Einfluss auf die religiöse Erziehung in der Schule eröffnet.

Zur Kontrolle und um den Schulen Anregungen zur inhaltlichen Ausgestaltung zu geben, sind sogenannte „Standing Advisory Councils on Religious Education“ (= SACRE), also ständige beratende Gremien für den Religionsunterricht etabliert, die durch die örtlichen politischen Gremien wie auch durch die örtlichen kirchlichen Gremien besetzt werden.

Auf diese Weise wird dafür Sorge getragen, dass die Inhalte des Religionsunterrichtes stark durch die lokalen Gruppierungen und Interessen beeinflusst und mitbestimmt werden.

Die Vorgaben der lokalen SACRE werden auf nationaler Ebene (Wales oder England) gebündelt und führen dazu, dass neben den örtlichen Vorgaben auch landesweit gebündelte Vorgaben für den Religionsunterricht entstehen.

Auf diese Weise entstehen nationale Rahmenkonzepte für den Religionsunterricht (für England 2004) und daneben zur Anregung der inhaltlichen Gestaltung des Religionsunterrichtes auch beispielgebende nationale Rahmenkonzepte für den Religionsunterricht mit vielerlei praktischen Vorgaben und Anwendungen für die Drei- bis Neunzehnjährigen.

Daneben gibt es für kirchliche Schulen bekenntnisorientierte Rahmenkonzepte.

Prof. David Lankshear gab eine interessante Einführung in die Praxis der Inspektionen von kirchlichen Schulen, die seit 1992 an allen Schulen, auch den staatlichen, in einem 6-jährigen Rhythmus geschieht. Die Ergebnisse werden veröffentlicht. Im Rahmen dieser Inspektionen wird auch der Religionsunterricht an den Schulen inspiziert, dies aber durch die entsprechenden Gremien in den Kirchen. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob Religiöse Erziehung sich in besonderer Weise gegenüber den sonstigen Aktivitäten an einer Schule auszeichnet („Particular Excellence“). Prof. Lankshear legt besonderen Wert auf die Feststellung, dass gerade in bestimmten Umgebungen mit sehr hohem Anteil an ausländischen und andersgläubigen Mitbürgern die Kirche bemüht ist, die bestmöglichen Bildungs- und Erziehungsangebote zu machen und sie tut dies in der Überzeugung, dass insbesondere die Mitbürger ausländischer Herkunft die Hilfsbedürftigen sind, die uns Gott anbefohlen hat. Umgekehrt stellt er fest, dass muslimische Eltern immer eine christliche Schule einer staatlichen Schule vorziehen, welche gar keine Traditionen und Wertsysteme pflegt.

Prof. Lesley Francis von der Universität Warwick gab eine hochinteressante Einführung in seine statistisch basierten Forschungsarbeiten, vergleichbar den großen deutschen Jugendstudien (Schell), stützte sich dabei vor allem auf sein Buch Urban Hope and Spiritual Health, Epworth, Werrington 2005. Er stellte zusammen mit Dr. Tanja ap Sion eine Reihe von selbstentwickelten Kinderbroschüren zur religiösen Erziehung vor, die alle das Ziel hatten, Nicht-Gläubigen einen Einblick in die großen Religionsgemeinschaften zu geben und Kindern, die einer Religionsgemeinschaft angehören, Einblicke in die religiöse Praxis der anderen Religionsgemeinschaften zu vermitteln. Insgesamt darf als ein wesentliches Resultat der Studienreise die Erkenntnis gelten, dass religiöse Erziehung an englischen Schulen einen Schwerpunkt auf der Interreligiösen und interkulturellen Bildung hat. Dass der Brückenschlag zwischen den Religionen, aber auch den christlichen Konfessionen in England besonders fortgeschritten ist, durften die Teilnehmer dann am zweiten Tag an einer von zwei verschiedenen Konfessionen getragenen kirchlichen Schule erfahren:

St Josephs Catholic and Anglican Highschool , Wrexham, Wales

Bei einer Führung durch das Haus konnten die Teilnehmer zunächst die hervorragende Ausstattung der Schule bewundern:

Dabei fielen drei sehr großzügig ausgestattete Computerräume und interaktive Whiteboards auf. Für technical education gab es ebenfalls PC-Arbeitsräume im Bereich Produktdesign und eindrucksvolle Werkräume mit modernen holz- und metallbearbeitenden Maschinen.

Etwa 15-minütige Morgenandachten werden an jedem Morgen zum Schulbeginn um 9.00 Uhr abwechselnd jeden Tag für einen anderen Jahrgang gehalten. Alle Lehrer beteiligen sich an der Durchführung der Andachten und geben sich dabei sehr große Mühe. Die Schüler kommen diszipliniert und schweigend in die Andacht. Niemand stört die Andacht durch Geräusche oder Reden und am Ende der Andacht nach einem gemeinsamen Gebet verlassen die Schüler auch wieder schweigend den Andachtsraum.

In einem sich anschließenden Gespräch mit einer Schülergruppe wird folgendes deutlich:

  1. Die Schüler tragen alle eine ordentliche Schuluniform, die Lehrkräfte achten darauf, dass diese sich auch in einem ordentlichen Zustand befindet und ordentlich getragen wird.
  2. Die Schüler sind sehr stolz auf ihre Schule und glauben, dass es ein Privileg ist, diese Schule zu besuchen.
  3. Sie berichten, dass sie von Schülern anderer Schulen zum Teil unfair angeredet werden, weil sie auf eine christliche Schule gehen, erklären aber, dass sie die Hänselei der anderen gerne ertragen und dazu stehen, dass sie Gottesdienste besuchen und zu Gott beten. Dabei wird klar, dass die Schule bei Weitem nicht alle Bewerber aufnehmen kann.
  4. Die Schule integriert erfolgreich auch körperbehinderte Mitschüler und etwa 50 Kinder polnischer Herkunft, deren Familien im Laufe der letzten 10 Jahre zugezogen sind. Eine von Grund auf positive Bewertung der christlichen Orientierung der Schule ist in der Schülerschaft deutlich erkennbar.
  5. Die Schüler schätzen das klare Gefühl, an dieser Schule „sicher aufgehoben „ zu sein. Dazu trägt nach Aussage der Schüler vor allem die jederzeitige Bereitschaft der Lehrkräfte bei sich ihnen und ihren Sorgen jederzeit zuzuwenden und sich dafür Zeit zu nehmen. Diese Bereitschaft ist aus Sicht der Schüler ohne Ausnahme bei allen Lehrkräften gegeben. Zur Sicherheit trägt außerdem bei: Ein ständig verschlossener Haupteingang mit einer besetzten Pforte und dem Erfordernis sich anzumelden, wenn man als Gast die Schule aufsuchen will; des Weiteren der Umstand, dass jeder Gast sich am Haupteingang schriftlich registrieren muss und eine Plakette zum Anstecken erhält, die ihn als Gast des Hauses ausweist.
  6. Erwähnenswert: Die Gästegruppe wurde nicht von Lehrkräften, sondern von Schülern der 9. Klasse geführt, die diese Aufgabe sehr umsichtig und selbstbewusst versahen.

In einem sich anschließenden Gespräch mit der Schulkaplanin (Schulpfarrerin) erfuhren die Teilnehmer folgendes:

Wie schon der Name verrät, ist die Schule eine gemeinsam von der katholischen und der anglikanischen Schule betriebene Highschool. Dies ist eine immerhin sehr ungewöhnliche Konstruktion, die in Bayern kaum denkbar wäre. Daraus resultieren weitere Strukturmerkmale:

Das Aufsichtsgremium der Schule (Schoolboard) setzt sich aus anglikanischen und katholischen Mitgliedern zusammen.

Im Fach Religion werden die Schüler gemeinsam unterrichtet, egal ob sie anglikanisch oder katholisch sind. Auch hinsichtlich der Unterrichtsverteilung wird hier nicht unterschieden zwischen katholischen und evangelischen Lehrkräften bzw. Schulpfarrern. Es gibt es zwei katholische und eine evangelische Schulpfarrerin, die sich den Unterricht in den Klassen aufteilen und auch die seelsorgerlichen Aufgaben zumeist ohne ansehen der Konfession aufteilen. Selbst für Beichtgespräche für katholische Schülerinnen ist bei unvorhergesehener Abwesenheit des katholischen Geistlichen schon die evangelische Lehrkraft natürlich nach der ausdrücklichen Zustimmung durch die betroffenen Schüler eingesprungen.

Der Lehrplan für den Religionsunterricht folgt einer gemeinsamen Vereinbarung der Vertreter beider Konfessionen in den entsprechenden Gremien und orientiert sich derzeit noch ganz wesentlich am katholischen Lehrplan, den auch die evangelische Schulpfarrerin als einen sehr guten Lehrplan ansieht. Einen evangelischen Lehrplan im engeren Sinne gibt es in Wales bis heute nicht wirklich.

Gute Web-Adresse zur Gestaltung von Andachten und Schulversammlungen: www.assemblies.org (gute Beispiele!)

Die schuleigene Mensa ist wie ein Restaurant eingerichtet und versorgt alle Schüler mit einer Mittagsmahlzeit. Mehrere Gerichte und Snacks stehen zur Wahl.

Verbreitet findet man christliche Symbole wie das Kreuz, aber auch Figuren an den Wänden und auf den Gängen und fast überall auch ein kleines Plakat mit der Aufschrift „nobody is lost!“

Eine Besonderheit:

Die Schule hat eine Vielzahl von Postkarten kreiert, auf denen den Eltern positive Rückmeldungen über ihre Kinder mit der Post nach Hause geschickt werden können. Die Texte sind vorgedruckt und es ist immer nur der Name der Schülerin einzusetzen die positive Mitteilung erstreckt sich von hohem Engagement für die Mitschüler oder die Schule als Ganzes über Hilfsbereitschaft, besonders lobenswerte Mitarbeit, besonderen Fleiß, beständig besonders ordentliche getragene Schulkleidung über besondere Höflichkeit und die Mitteilung, dass dieses Kind wegen seiner positiven menschlichen Art eine besondere Beachtung verdient, bis hin zur Mitteilung, dass die Schule den Eltern dafür dankt, ein so nettes Kind an diese Schule zu schicken. Die Politik der Schule ist es, dass jedes Kind mindestens einmal eine solche Postkarte nach Hause geschickt bekommt, Adressaten sind die Eltern.

Ein Besuch der Minera Voluntary Aided Primary School in Wrexham gab einen Einblick in die Arbeit einer kleinen, ländlichen Grundschule, wobei die Einbettung in die Landschaft, die natürliche Umgebung und die Sozialgeschichte der Ortschaft (Bergarbeiter) dieser Schule ihr besonderes Gepräge gibt. Die Arbeit mit altersgemischten Gruppen und die Betonung von stark materialgestützter Freiarbeit der Kinder standen hier im Vordergrund.

Der zweite Tag klang aus mit einem Besuch der Gladstone Library in einer kleinen Ortschaft in Wales, dem Heimatort des berühmten Premierministers, der unter Queen Victoria gegen Ende des 19. Jahrhunderts dreimal hintereinander die Staatsgeschäfte Großbritanniens lenkte und dabei sehr erfolgreich gewesen war. Sein Widersacher – für die Historiker – war Benjamin Israeli. Im Jahre 1899 wurde posthum für diesen großen Staatsmann die Gladstone Library als Gedenkort für Gladstone errichtet und zunächst mit seinen 34.000 theologischen Schriften gefüllt, die er in seiner Privatbibliothek angesammelt hatte. Wäre er kein Staatsmann geworden, so wäre er ganz sicher ein anglikanischer Priester gewesen. Diese Bibliothek ist bis heute erhalten und wird für die Öffentlichkeit betrieben. Es ist eine reine Präsenzbibliothek, wo die Leser zum Buch kommen und nicht umgekehrt. Die Räumlichkeiten sind fantastisch und ein traumhafter Ort, um sich einmal für einige Tage oder auch Wochen mit Büchern über Theologie oder auch in die Politik am Ende des 19. Jahrhunderts zu vertiefen. Die Bibliothek bietet ihren Lesern sehr ordentliche Zimmer als Unterkunft und sehr schöne Aufenthaltsräume und eine Art Restaurant an, wo man seine Mahlzeiten einnehmen kann.

Ein weiterer Ausflug führte die Teilnehmer am dritten Tage an das Yale College in Wrexham. Das Yale College ist ein Zentrum für weiterführende Erziehung und Bildung und vermittelt neben einer Reihe von beruflichen Qualifikationen auch das Abitur. Es treffen Lernende mit unterschiedlichen Zielen an diesem College aufeinander. Es gibt sechs Fakultäten und neben den auf das Abitur vorbereitenden Angeboten berufliche Qualifikationen wie Friseurhandwerk, textiles Gestalten, Computertechnik, Musik für Lehramt und freie Künstler, Musikbearbeitung (technisch), Theater für Schauspieler und Bühnentechniker und weitere Angebote. 3500 Studenten besuchen das College. Zur Klarheit: Oberstufenschüler mit dem Ziel Abitur besuchen die gleiche Einrichtung wie über 3000 Studierende mit beruflichen Abschlusszielen. Das College befindet sich auf dem gleichen Campus wie die Glyndwr University.

Thema war das Engagement der Kirche im Bereich dieser weiterführenden Erziehung und Bildung und die Teilnehmer betrachteten insbesondere die Rolle der Schulpfarrerin in dieser Einrichtung.

Dabei wurde die Anonymität der Menschen in einer solch großen Einrichtung deutlich und in diesem Zusammenhang auch der erschwerte Zugang der Schulpfarrerin zu den Menschen.

Neben einer Führung durch alle Abteilungen, wobei die großzügigen Aufenthalts- und Erholungsflächen für die Studierenden ins Auge fallen, lernten wir insbesondere die Situation der College Pfarrerin kennen. Sie wird im Wesentlichen finanziert aus einem Fond, in dem alle Konfessionen und Religionen beteiligt sind, die auch Mitglieder als Studierende am College haben, also Muslime, Buddhisten, Sikhs, protestantische und katholische Kirche. Man schätzt, von den Studierenden sind höchstens 10 Prozent jemals in einer christlichen Kirche gewesen. Die Aufgabe der College Pfarrerin ist also diejenige einer „multi faith Chaplancy“. Erstaunlich ist dabei das Vertrauen der anderen Religionen und Konfessionen in die Arbeit einer Pfarrerin, die wie in diesem Fall der protestantischen Konfession angehört. Neben dem Religionsunterricht hat diese Schulpfarrerin noch ganze zwei Wochenstunden Zeit, um Studierende in Glaubensfragen und seelischen Nöten zu beraten. Weitere sechs Wochenstunden für diese Art der Beratung werden von weiteren Mitarbeitern wahrgenommen. Um sich in dieser Hinsicht aus der Not zu helfen, hat man aus der gesamten Mitarbeiterschaft des College 10 Mitglieder rekrutiert, die Erste Hilfe in seelischen Notlagen anbieten können. Dies geht aber über einen Erstkontakt und die Weitervermittlung an kompetente Beratung nicht hinaus.

Die besondere Aufgabe, Studierende aller Glaubensrichtungen und Atheisten in seelischen Fragen zu beraten, ist sicher nicht einfach und die darin Mitarbeitenden werden unterstützt durch eine Webseite: www.Allfaithsandnon-webmaterial.uk.net .

Die College Pfarrerin hat ein sehr kleines eigenes Büro in der Nähe des Haupteingangs.

Eine Schulpsychologin steht nicht zur Verfügung. Eine Sozialarbeiterin ist mit einigen Stunden angestellt.

Die Teilnehmer setzten sich mit folgender Frage auseinander:

Schüler, die aus der sehr behüteten Umgebung von St Josephs kommen, sind auf dem College Campus zunächst einmal froh, etwas mehr Abstand zu Kirche und Glauben zu finden. Sie wollen sich selbst entwickeln und eigene Entscheidungen treffen und nehmen religiöse Angebote eher nicht mehr wahr. Sie prägen die kirchlichen Aktivitäten auf dem Campus dennoch deutlich mit, aber viele gehen zunächst auf Abstand um ihren eigenen Weg zu finden. Dies ließ die Teilnehmer auch darüber nachdenken, ob es nicht besser sei, ein System wie das an den Gymnasien in Deutschland oder an den früheren Grammar Schools in Großbritannien zu etablieren, demzufolge die Schüler in einer von Anfang an etwas liberaleren Atmosphäre dennoch bis zum Abitur eine überschaubare Schule besuchen, an welcher Gefahren und Fehlentwicklungen bis hin zum „drop out“ viel schneller erkannt und einer Lösung zugeführt werden können. Und diese Frage wurde durchaus kontrovers diskutiert. In Holland gibt es nach Teilnehmerberichten eine ähnliche Entwicklung wie in England mit allen daraus resultierenden Gefahren, aber auch bereits eine Gegenbewegung mit der Errichtung kirchlicher Oberstufenschulen und von Schulen, die bis zum Abitur führen. Ungarn hat in etwa dasselbe System wie Deutschland. Das gilt auch für die Schweiz und offenbar für Polen.

Schließlich konnten die Teilnehmer Einblick nehmen in die Arbeit des Education Centre at Chester Cathedral.

Hier ging es vor allem um die Zusammenarbeit zwischen Kathedralen und Schulen und die besonderen Angebote, die die Kathedrale für Schulklassen macht. Eine sich auf die Bedürfnisse und Neugierfragen von oft auch kirchenfern aufwachsenden Kindern einlassende Pädagogik wurde hier zu einem sehr wirkungsvollen Programm verdichtet, das vor allem zum Ziel hat, die Distanz der jungen Menschen zur Kirche zu überbrücken und sich dabei der natürlichen Neugier und des Spiel- und Entdeckungstriebes zu bedienen.

Dabei lernten die Teilnehmer auch die „canon chancellor“ der Diözese, Jane Brooke kennen, die ein interessantes Arbeitsspektrum hat:

Fazit:

Eine Reflexion hinsichtlich der Bildungsreise machte deutlich:

Die Teilnehmer waren sich einig, dass Ihnen ein unschätzbar wertvoller Einblick in die Beziehungen zwischen Kirche, kirchlichen Schulen und Staat in England und Wales geboten worden ist. Die Lebendigkeit und Tiefe der gewonnenen Eindrücke, immer wieder aufbereitet und geordnet durch intensive Gespräche mit unseren hoch kompetenten ständigen Begleitern und Ausrichtern der Fortbildung, Dr. Tanja ap Sion und Professor David Lankshear, verdanken wir den vielen unmittelbaren Begegnungen mit den Einrichtungen und den vielen Menschen, die wir dort trafen und die uns in aller Offenheit und mit brennendem Herzen von ihrer Arbeit und ihrem Engagement erzählten: Die Bereitung eines Lernumfeldes, in welchem junge Menschen die christliche Botschaft als wirklich frohe Botschaft genuin erfahren und als positives, tragendes Element in ihrem Leben annehmen können.

Michael Otte

Church Schools and Citizenship", 16th to 20th April, 2013

Report on the European School leaders‘ Education visit to Wales and England, April 16 th to 20 th, 2013

This education visit for school leaders to England and Wales was organized by the IV & ICCS and offered participants from all over Europe to exchange their views and educational structures with experts in the field of religious education and worship from England and Wales, among them Prof. David Lankshear, Glyndwr University, Prof. Leslie J Francis, The University of Warwick and Dr. Tanja ap Sion, ICCS, Glyndwr University. Schools with a Christian religious character and citizenship were in focus during three highly interesting and dense days in Chester and Wrexham, moderated by Prof. David Lankshear and Dr. Tanja ap Sion in their kind and highly competent ways.

A historic introduction into the educational system in England and Wales was given at St. Giles’ Centre in Wrexham. A particular view on the consequences of the Education Reform Act of 1988 was then offered and participants learned that every school, even state schools, have to offer religious education and a daily worship.

This obligation also binds the other big world religions and within Christianity a restriction to the doctrines of a special denomination would not be appreciated. This need for an inter-religious approach might be circumvented by Christian, especially Catholic schools by declaring themselves as “financed by the church”, which would allow a maximum influence on religious education.

Much information was given on how local and regional bodies of the church and the political institutions can take an influence on the contents of religious education and participants were impressed to learn how great the impact of local and regional interests is on the RE-Syllabus.

How to inspect church schools and especially how to inspect RE and collective worship within these schools was discussed by Prof. David Lankshear, who insisted school inspections contribute definitely to the improvement of the character of church schools and help them to gain “Particular Excellence”. He was proud to maintain, that even parents from a Muslim background always prefer a Christian school to any state school, because they want traditions and value systems held up.

Prof. Lesley Francis, University of Warwick, introduced participants into his research work, published in his book Urban Hope and Spiritual Health, Epworth, Werrington 2005. Together with Dr. Tanja ap Sion he also presented a series of booklets for children on religious practices of the different big world religions, offering some insight for non-believers and for members of other religions. RE in Britain obviously focuses on interreligious and intercultural education. This became very clear during school visits in Wrexham, Wales.

St. Josephs Catholic and Anglican Highschool, Wrexham, Wales

The school is excellently equipped with everything you could wish for.

Collective worship in the morning is not disturbed by general announcements. Every teacher is eager to contribute. Students are highly disciplined and absolutely silent not only during the worship but also on their way to and from it.

In a meeting with students of the ninth form participants learned:

The school chaplain gave more information:

The school is run cooperatively by the Catholic and the Anglican Church. Therefor the school board combines Anglican and Catholic members.

RE is taught for pupils of both denominations together by teachers of both denominations. There are two Catholic and one Anglican school chaplain who see to the students’ spiritual needs.

A visit to Minera Voluntary Aided Primary Schoolin Wrexham gave a good insight into work at a small, rural primary school and its setting in a beautiful landscape with a background of an impressive mining history. Work in mixed aged groups and autonomous work of pupils inspired by special learning materials rather than by teaching personal was presented.

A visit to the famous Gladstone Library gave a strong impression of the possibilities of such a historic place: Individual fellows and groups studying the theology and social and economic history of the late 19 th century find a wonderful retreat here to turn to their themes of interest.

Yale College in Wrexham is a centre for further education and offers quite a number of vocational qualifications and the A-Levels. Music, textiles, IT, theatre are dominant here. There are 3500 students at the college which shares its Campus with Glyndwr University. The role of the college chaplain here is especially difficult because there are so many students and beside a great majority of none-believers there are great fractions of Muslims, Buddhists, Sikhs, Anglicans and Catholics. The college chaplain works for all these religions and denominations and takes care of their spiritual needs.

Participants discussed the question if such a huge and anonymous college can successfully continue the very intensive religious education which students have encountered at St. Josephs or if it was better to offer the A-Levels in combination with a High school like St. Joseph or even if the church should establish special church colleges leading to the A-Levels. Participants from Germany, Switzerland and Poland and also from Hungary have a school system like that and even the Netherlands, where attempts at huge centres for further education like Yale College are made, discusses a return to special colleges offering A-Levels.

A visit to the Education Centre at Chester Cathedral offers some deeper insight into the cathedral’s program for school classes. The pedagogic concept relies on the curiosity of children, often growing up at a little distance from the church and aims at bridging this gap. The “canon chancellor” at the cathedral, Jane Brooke presented her wide spectrum of work as

In a final feedback participants thanked Dr. Tanja ap Sion, Prof. David Lankshear and Dr. Wim Kuiper for the very valuable insights into the relationship between church, church schools and citizenship in England and Wales and relished the vividness and depth of all the impressions they could now take home with them. The light and warmth of the Good News they encountered at all the institutions visited will accompany them.

Michael Otte

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Updated version (2017), published by the European Committee for Catholic Education (CEEC).
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